Forum Alpbach - Business, Networking & Party für Europa
Guten Tag,
Forum Alpbach? Was passiert dort bloß? Ein organisierter Almauftrieb für Politiker, Wisschaftler und Manager mit exklusiver Berichterstattung im ORF? Fragen über Fragen …
In meiner Mission “Networken” und als Obmann des Austrian Leadership Networks machte ich mich heuer auf das legendäre Forum im “schönsten Alpendorf” Österreichs kennenzulernen.
Alpbach ist, nun ja, vielseitig: grüne Hänge und die schroffen Zillertaler Alpen, Alpinbaustil in Reinkultur, ein Kongresszentrum und jede Menge Konfrenzhotels und Bars in einem. Kurzum, ein Ort in den Bergern mit heiler Natur der doch mit dem gehobenen Firmenwagen besucht werden kann.
1945 lud Otto Molden, ein österreischischer Künstler, Wissenschaftler und Intellektuelle nach Alpbach ein, um dort über die Zukunft von Wissenschaft, Kunst, Politik und Wirtschafts nachzudenken. In den Jahren seither hat sich das im August und September stattfindende Forum Alpbach zu einem Treffpunkt der Europäischen Wissenschafts, Wirtschafts- und Politikelite und scharenweise Stipendiaten aus aller Herren Länder.
Über 1000 Besucher und Vortragende nehmen an den “Gesprächen” teil. Wissenschaft, Politik, Finanz, Wirtschaft und Gesundheit sind die Schwerpunktthemen, die jeweils an 3 Tagen in Paneldiskussionen und Arbeitsgruppen diskutiert werden.
Dabei geben illustre Vortragende aus den verschiedensten Sparten mit Ihren Vorträgen Impulse für die dann folgenden Diskussionen die wiederrum zusammengefasst auf der Website abgerufen werden können.
In der Politik gaben sich Bank Ki Moon, Marty Ahtisari, Josef Pröll, Werner Faymann, Michael Spindelegger und Viviane Redding die Klinke hautnah mit dem Publikum in die Hand, wobei für mich Marty Ahtisari, der ehemalige finnische Ministerpräsident und Vermittler in der Kosovo Krise und in Namibia mit seinen Ausführungen zu Konflikten und Mediation besonders hervorstach.
Es war jedoch auffallend, u.a. auch in der Blogo- und Twitterspäre, dass große Unzufriedenheit mit der Politik und ihrer Zielfindungs- und Lösungskompetenz bestand. Viele vermissten klare Aussagen und Ziele sowie Antworten auf die drängenden Fragen der Pensions- und Gesundheitsreform und der Verwaltungsvereinfachung.
Bei den Technologiegesprächen war unter anderem die Verwaltung diesmal durch eine von BRZ und AIT am 28. August gegebene Session vertreten. Besonders interessant fand ich die Beiträge von Andrea di Maio, einem Gartner Analysten der aufzeigte, dass die Verwaltung in sozialen Netzwerken wie Facebook präsent sein muss, und zwar durch ihre Mitarbeiter um die jungen Zielgruppen noch zu erreichen. Horst Westerfeld zeichnete sich u.a. durch eine fundierte Analyse des Finanzausgleichs in Deutschland und die dort sichtbar werdenden Einsparungspotentiale aus.
In der Wirtschaftswelt und bei den Bankengesprächen drehte sich alles ums liebe Geld und das “Networking”. Für mich war es faszinierend, wie Alpbach zum Mittelpunkt Österreichs und Europas wurde. Abendessen, mit Leuten, die sonst nur schwer greifbar sind, waren ein Kinderspiel und machten das Networking zur reinen Freude.
Besonders hervorheben möchte ich dabei die Session “Politik und Wirtschaft - kann das Vertrauen im Unterschied wachsen” die von Matthias Strolz von Promitto gehostet wurde. Im Gegensatz zu sonstigen Paneldiskussionen wurden die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Systemen vertreten durch Christoph Chorherr und Gabriele Heinisch-Hosek sowie Christian Drexler und einer Unternehmerin aus OÖ im Rahmen eines systemischen Aufstellung mit Publikumsbeteiligung herausgearbeitet. Eine stürmische und produktive Erfahrung.
Für Gentics bekannte Namen wie Damian und Alexandra Izdebska von Ditech, Hr. Moser GF des Austria Wirtschaftsservice, Markus Beyrer GS der Industriellenvereinigung, Georg Karabaczek, Werner Wutscher Vorstand der Rewe Austria, Mariuz Demner von Demner Merlicek und Bergmann, Daniela Bichler vom Wirtschaftsbund, Wolfram Krendlesberger, Matthias Kandler von Create Connections, Lucia Ucsnik & Theresa Philippi von Arge Elga sowie Rudolf Mittendorfer waren ebenfalls dabei.
Wie die Berge gehören auch Empfänge und Abendveranstaltungen zu Alpbach. 2 Hauptlocations sind der Börglerhof, in den u.a. die Nationalbank und T-Mobile Empfänge für hunderte Kongressteilnehmer geben, sowie das Gasthaus Jakober, in dem kleine aber fine Empfänge stattfinden. Dutzende öffentliche, halböffentliche und geschlossene Gesellschaften finden von Früh bis spät statt. Das heisst aufbleiben bis in der Früh und Aufstehen sehr früh für die ersten Empfänge.
Networking findet in einem äusserst entspannten Rahmen statt, womit sich Gelegenheiten für Kontakte ergeben wo sonst wenig Zeit oder bloß oberflächliche Gespräche im Wege stehen. Insgesamt also eine wichtige Woche.
lg,
Alexander Szlezak