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Gentics Blogosphere


03. August 2010

Go East mal anders!

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Alexander Szlezak (CEO Gentics) über Marktchancen und menschliche Risiken im arabischen Raum.

In die Staaten östlich von Österreich zu expandieren, ist spätestens seit den frühen 90er Jahren eines der Erfolgsrezepte der österreichischen Wirtschaft. Dieses sicherte zusammen mit unserem und später dem EU-Beitritt der Nachbarländer Österreichs Wohlstand ab.

Die Dynamik der Märkte ändert sich jedoch. Das größte Wachstum findet in aufstrebenden Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien aber eben auch in der Türkei und weniger beachtet in einigen arabischen Staaten statt.

Trägt Österreich und Europa dieser Entwicklung Rechnung? Sind wir bereit diese Marktchancen für uns zu nutzen und wettbewerbsfähig zu bleiben?

Die Exportstatistik spricht klare Worte und weist Deutschland immer noch als größten Exportmarkt mit knapp 29,9 Mrd. EURO aus. Der Export in die USA liegt bei "nur" mehr 4,4 Mrd. und China liegt mit 2,2 Mrd. an letzter Stelle der aktuellen Statistik der Tageszeitung "die Presse" vom Montag (02.08.2010).

Nebenbei wird der Export in diese Regionen oft mit Industrieanlagen, Wassertechnologie, Energieerzeugung assoziiert.

Schade eigentlich. Denn Österreich verfügt auch im IT Bereich über exzellente Ressourcen und Vorzeigeprojekte im Bereichen wie e-Government (z.B. http://www.help.gv.at oder http://www.usp.gv.at), die internationales Ansehen genießen.

Gentics hat daher eine sich bietende Chance genutzt und seine Fühler in den arabischen Raum ausgestreckt. Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung wurde diesen Sonntag ein über die letzten Monate entwickeltes Offert für ein umfassendes E-Government Portal und Bürgerserviceinfrastruktur gemeinsam mit einem lokal ansässigen Partner abgegeben.

Alexander Szlezak, der das Projekt über die letzten 10 Tage vor Ort begleitete: "Die Geschäftschancen sind vielfältig. Ebenso die Risiken. Rechnen Sie 2 Monate für die Offertvorbereitung, 2 Wochen für die Finanzierung und 2 Stunden um 100 Euro auf der Bank einzuzahlen. Aber nur wer die Risiken auf sich nimmt, kann als erster dort sein."

Österreichische Erfahrung und Technologie ist gefragt. Über Erfolg oder Misserfolg eines Geschäftes entscheidet allerdings die menschliche Komponente: Kulturverständnis, realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und der des lokalen Partners, ausreichend Zeit, Flexibilität und gute Beziehungen.

Alexander Szlezak: "Liebe zum Detail, persönliches Engagement des Managements und ein unterstützendes Team sind wesentliche Voraussetzungen, aber ohne die Unterstützung der arabischen Handelskammer, der Außenhandelsstelle und unserer Partner vor Ort, wäre das Projekt nicht möglich gewesen."

Nicht zuletzt sind technische Hürden zu überwinden. Teure und unzuverlässige Telefonverbindungen, Restriktionen bei der Internetnutzung und veraltete Infrastruktur vor Ort ließen das Projekt mehrmals auf Messer's Schneide stehen.

Internationalisierung ist ein strategisches Thema bei Gentics.
"Wir müssen uns den Herausforderungen durch niedrige Lohnkosten und steigendes Know-How unseres asiatischen Mitbewerbs aktiv stellen, denn nur im Wettkampf werden wir jene Erfahrungen sammeln, die Österreich und Europa fit für den globalen Wettbewerb machen.", schliesst Alexander Szlezak ab und wartet nun gespannt auf den Ausgang der Ausschreibung.
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Mag. Alexander Szlezak
Mag. Alexander Szlezak Geschäftsführer (CEO) und Leiter Sales&Vertrieb (CSO)
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